Mittwochs Fumble 17.10.2018 Tomlin muss gehen… nicht

Tomlin muss gehen… nicht

Zuerst in eigener Sache. Der Mittwochs Fumble soll manchmal auch provozieren, auch sich über bestimmte Dinge Gedanken zu machen. Er gibt meine Gedanken oft in übertriebener Form oder auch in einer Form wieder, die Gedanken in meine oder gegen meine Richtung anstreben sollen. Er will nicht beleidigen oder persönlich werden. Und auf keinen Fall gibt er die Meinung der restlichen Admins wieder. Am Ende soll er wie ein Fumble sein. Manchmal Freude, manchmal Frust. In diesem Sinne.

Ich bin von Beruf Maschinenbauer, auf Montage. Und die schönsten Momente in meinem Berufsleben sind jene, wenn ich am Telefon oder in einer Email von irgendwelchen Drehstuhl-Sheriffs höre/lese wie ich meine Arbeit mache. Welche Fehler ich doch getan habe. Und das so etwas doch „logisch“ wäre. In 99.9 Prozent der Fälle haben diese Baustellentouristen maximal die Vor-Ort Gegebenheiten in einer technischen Zeichnung gesehen und erzählen mir jetzt wie ich was und wie in welcher Zeit zu tun habe. Das amüsiert mich. Aber ich kann ihnen ja keinen Vorwurf machen. Immerhin haben sie sich ja mit minimalsten Informationen, Erfahrung und Fachexpertise aus dem Fenster gelehnt und eine feste Aussage zu ihrem Vorgesetzen und Kunden getroffen. Und der blöde Monteur will ihnen jetzt ins Werk pfuschen. Ich sehe schon wie jetzt die meisten von euch mit dem Kopf nicken. Weil 80 Prozent der im Job befindlichen Menschen geht das so. Die anderen 20 Prozent sind die Drehstuhlranger und hassen mich gerade.

Ihr ahnt aber worauf ich hinaus will. Ich hab immer ein Dejavu wenn ich so meine Steelers spielen sehe und mit verschiedenen Fans in Kontakt bin. Meistens hält man sich noch bis zum zweiten Drive zurück. Aber spätestens dann gehts los. Tomlin muss gehen. Der ist über. Das wird die schlechteste Saison aller Zeiten. Tomlin is zu weich. Er kann nicht coachen. Und und und. Ich fühle mich dann immer wieder auf meine Baustellen versetzt – Inklusive Schreibtischtätern. Ich erlaube mir da immer eher Zurückhaltung, auch weil meine Erfahrungen im Coachen eines professionellen NFL Teams überschaubar sind.

Aber Kritik sollte und muss erlaubt sein. Fehler aber auch. Nur kann ich nicht ganz das konstruktive hinter Entlassungsforderungen sehen. Unsere letzte Playoffs Niederlage war gegen eine Offense die eher unteres Mittelfeld war. Unsere Offense hingegen hat über 40 Punkte gegen eine der Stärksten Verteidiger der Liga gemacht. Und wessen Kopf wollten die Fans rollen sehen? Die des Offense Coordinators, weil er mit Ben ungerne QB sneaks macht. Das kann doch nicht euer Ernst sein? Wenn ich die Maschine astrein verkabelt und früher zum laufen bekomme, der Schlosser die Maschine aber in die falsche Halle gestellt hat, dann soll ich entlassen werden? Is klar. Und was kommt denn nach Tomlin? Jedes Jahr AFC champs? Wohl eher nicht.

Ich denke wir sollten wieder lernen zu verlieren. Und Fehler zu akzeptieren, und ich meine nicht hinzunehmen. Die Steelers dürfen Fehler machen und wir dürfen diese kritisieren. Aber jedes mal hysterisch wie die rote Königin „ab mit dem Kopf“ zu brüllen nervt einfach nur. Die Saison is auch nicht vorbei wenn 3 mal hintereinander gepunted werden muss. Wir reden ja immer von der Liebe zu unserem Team. Stellt euch vor jedes mal wenn ihr Scheiße gebaut habt, kommt euer Partner um die Ecke und schüttelt mit dem Kopf „naja, du hast das hier ja nich mehr unter Kontrolle, du musst auch langsam weg. Wird Zeit für nen neuen“. Ich weiß, ich weiß, metaphernmässig lauf ich auf hochturen, aber das Thema geht mir auch Nah. Denn ich liebe meine Steelers nicht trotz, sondern auch wegen ihrer Fehler. Und vieleicht sollten wir diese auch wieder akzeptieren lernen und danach wieder schimpfen wie ein Rohrspatz.

Entschuldigt meinen letzten Absatz, der ist inhaltlich nich sehr pralle. Hatte heute auf Baustelle nich soviel Zeit, mein Projektleiter beschwert sich schon wieder ich wäre zu langsam. Und bevor er direkt meine Entlassung fordert…