Mittwochs Fumble 26.09.2018 Das Bell Syndrom

MITTWOCHS FUMBLE

Ein kleines neues Format wo wir uns den Themen der Woche, um Gerüchte bei den Steelers oder auch Football-Gott und die Welt kümmern. Auch um Diskussionen oder Ansichten anzuregen. Viel Spass.

Das Bell Syndrom

Es pisst einen als Steeler schon an. Da hat man den besten Runningback der Saison und dann spielt der nicht. Doch dann stellt man sich die Frage, würde ich nicht adäquat bezahlt werden wollen? Wenn ich wüsste, weil es mir mein Chef täglich sagt, das ich einer der besten in meinen Job bin, würde ich mich dann mit einem normalen Gehalt zufrieden geben? Vielleicht, trotzdem würde ich versuchen immer mehr zu bekommen. Also is schon ein bissl Verständnis da. Auf der anderen Seite bin ich ja nur einer der besten weil ich in einem Team arbeite, welches mir die Entwicklung meiner Fähigkeiten ermöglicht.

Also was jetzt? Is Bell jetzt der böse Geldgierige oder auch nur ein Arbeiter wie du und ich der seinen Teil vom Kuchen will? Und genau hier zeigt uns Bell die Schizophrenie unseres Lieblingssports auf.

NFL Football ist Business. Ganz großes Buisness. Es geht uns Geld und Football ist nur das Produkt. Ich als Fan will davon aber nix wissen. Mir geht es um die Illusion eines „ritterlichen Kampfes“ auf dem Feld. Zwei Feinde die aufeinanderprallen und sich bis aufs Blut zereisen. Und ich will meine Leute anbrüllen, mit nach vorn treiben. 5000km entfernt stehe ich unter der Woche in der Nacht um zwei auf, weil ich meinen Leuten zur Seite stehen muss.

Bell zerstört mir diese Illusion. Er zeigt mir dir Realität, vor der ich mit Football eigentlich fliehen möchte. Nämlich das ich eine Stunde nach Spielenende arbeiten muss, und ich die Nacht dann den ganzen Tag mit mir rumtrage. Ob es vernünftig sei, frag ich mich dann. Ich muss ja Geld verdienen, das ist wichtig. Es geht ja ums Business. Und schon dafür verachte ich Bell, weil er mich an diese Realität des Footballs erinnert und mir die Frage aufzwingt was wichtiger ist. Mitternachts fernzusehen oder seinen Schnitt zu machen.ä.

Danke für deine Yards in den letzten Jahren, aber bitte geh jetzt einfach und mach dein Business. Mit Spielern wie dir macht mir Football kein Spaß mehr. Dann ist es kein Zufluchtsort mehr. Denn lieber stehe ich in der Nacht für ein 4 – 12 Team auf, in dem ein Connor, Shazier, Switzer oder Juju spielen, als für ein 12-4 Team mit all den Bells dieser Liga.